FAbian fliegt durch die Lüfte
Fabian Bauersachs ist einer von wenigen Vollprofis, die in
Deutschland Freestyle-Motocross betreiben. In der Weltrangliste nimmt
der 30-Jährige heuer Rang 5 ein. In Bad Staffelstein macht er sich fit
für seine wagemutigen Stunts.
Seine Stunts sind atemberaubend. Nur knapp 20 Meter Anlauf stehen Fabian
Bauersachs zur Verfügung. Mit Vollgas jagt er sein Motorrad über eine
aufgeschüttete Rampe aus Sand, die ihn samt Maschine in die Luft
katapultiert. Während des nur wenige Sekunden dauernden Flugs macht der
30-Jährige flink gymnastische Bewegungen. Scheinbar mühelos nutzt er die
kurzzeitige Schwerelosigkeit in zwölf Metern Höhe und turnt auf seiner
KTM herum. Für Sekundenbruchteile lässt er das Krad sogar los und
gleitet nebenher. Einen Augenblick später sitzt er wieder im Sattel und
landet sicher auf der Abfahrtsrampe.
Freestyle-Motocross heißt die Randsportart, von der es in Deutschland
nur ein halbes Dutzend Vollprofis gibt. Fabian Bauersachs ist einer von
ihnen. Der 30-jährige aus Mönchröden hatte mit zehn Jahren sein erstes
Motorrad bekommen. Er fand schnell Freude am Motocross. Irgendwann wurde
es ihm zu langweilig, nur im Kreis herum zu fahren. Er raste über
Rampen, flog durch die Luft und eignete sich mit der Zeit immer neue
Fertigkeiten an.
Ein gutes Reaktionsvermögen und viel Kondition seien dafür schon
erforderlich - und ein wenig Mut auch, sagt Fabian Bauersachs über diese
Sportart. Seine Stunts habe er sich selbst erarbeitet. Lernen könne man
so etwas nicht, höchstens abschauen, was andere machen.
Doch Fabian Bauersachs ist kein Verrückter. Er weiß ganz genau, was er
tut. Seine Gesundheit setzt er nicht fahrlässig aufs Spiel. Das Risiko
muss für ihn kalkulierbar sein. Natürlich verletzte er sich bereits,
trug manchen Knochenbruch davon - "kleiner Fehler, große Wirkung".
Gefahr und Können sollten aber in der Waage sein. Mindestens. Nicht
umsonst führt er den Spitznamen "Professor Freestyle".
Der 30-Jährige nimmt alles sehr, sehr genau. Er wartet seine Maschine
optimal und misst die Distanzen lieber noch einmal selbst nach, statt
sich auf Angaben anderer zu verlassen. Wichtig ist ihm auch die
Schutzkleidung. Doch diese mache zugleich unbeweglich. Wie einst bei
den
Rittern: "Es gibt Leute, die sich komplett einschustern und aussehen
wie
Eishockeyspieler", scherzt er. Er selbst suche deshalb nach einem
gesunden Mittelweg zwischen Beweglichkeit und Sicherheit. Dennoch
"lehnt man sich schon mal aus dem Wohlfühlbereich hinaus", gibt
er zu. Ein Windstoß könne dann genügen, Fahrer und Zweirad aus der
Flugbahn zu werfen. Körperbeherrschung und Fitness sind das A und O in
dieser Sportart. Was
so leicht aussieht, basiert tatsächlich auf hartem Training. Wer je
einem Freestyle-Motocrosser zugesehen hat, der ahnt wie schwer es sein
muss, die Körperspannung im Sprung, während des Fluges, zu halten.
Aus diesem Grund lässt sich Fabian Bauersachs derzeit im
"Theramed"-Studio in Bad Staffelstein fit machen. "Ich möchte immer
mein
Bestes geben", sagt er und grinst. Dabei sind die Jahre gezählt, die er
noch Vollprofi sein kann. "Als einer der ersten Stunde gehöre ich schon
zu den Oldies but Goldies", so der 30-Jährige. "Ich möchte das
Vollprofi-Dasein ausreizen bis zuletzt - also bis zum 34. Geburtstag
durchziehen", wünscht sich der gelernte Malermeister.
Quelle: www.infranken.de
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